Student Insights: Polychromie in der Restaurierung
Ein Beispiel aus der restauratorischen Praxis: Ein spätgotischer polychromer Schmerzensmann aus dem Museum am Dom St. Pölten
Kerstin Petrzelka hat sich in ihrer Vordiplomarbeit mit der Restaurierung des Schmerzensmannes auseinandergesetzt: »Beim Schmerzensmann handelt es sich um eine vermutlich spätgotische Holzfigur, die mehrmals farblich überarbeitet wurde was an den Fehlstellen der Fassung erkennbar ist. Meine Aufgabe bestand darin, den Schichtenaufbau zu klären und herauszufinden wie die Skulptur ursprüngliche gestaltet war. Die Herausforderung war die Komplexität des Fassungsaufbaus: Insgesamt konnten bis zu 17 Schichten erkannt werden. Die Identifikation von Pigmenten, deren Verwendung zeitlich eingrenzbar ist, ermöglichte eine ungefähre Datierung sowie die Unterscheidung von sieben bis acht Überarbeitungsphasen. Dabei zeigte sich, dass die ursprüngliche Fassung deutlich differenzierter ausgeführt war, mit roten Wundmalen und Blattgold. Allerdings wurde auch sichtbar, dass die Figur stellenweise ältere Schichten aufweist, die andernorts fehlen, sodass eine genaue Rekonstruktion des ursprünglichen Aussehens nicht möglich ist. Das Projekt verdeutlicht, dass das Objekt über Jahrhunderte in Verwendung war, gepflegt und neugestaltet wurde, dies aber für Eigentümer*in und Restaurator*innen eine Herausforderung darstellt.«